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viscom 2009 | Auf neue Märkte reagieren PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Pressetext   
Dienstag, 15. September 2009

Digitaler Textildruck auf der viscom


Düsseldorf, 15. September 2009 | Ob Kacheln, Glas oder Stoff - bedrucken lässt sich heute fast jede Oberfläche, die Möglichkeiten scheinen unbegrenzt. Auf der viscom, Internationale Fachmesse für visuelle Kommunikation, die vom 1. bis 3. Oktober in Düsseldorf stattfindet, gibt es eine große Auswahl an Anwendungsbeispielen zu sehen.

Viscom Textildruck.jpg


























Ein Beispiel aus der Praxis:

Mit digitalem Textildruck auf neue Märkte reagieren

Im tirolerischen Imst werden Stoffe digital bedruckt - rapportfrei und bis zu 480 qm/h schnell. »Wir liefern vor allem hochwertige Qualitäten für Tag- und Nachtwäsche, sowie für Dirndl- und Landhausmode nach traditionellen Mustern«, beschreibt Geschäftsführer Walter Jonsson den Schwerpunkt von Textildruck Imst. Das Unternehmen ist eine Tochter der in Vorarlberg beheimateten Josef Otten GmbH.

Im Zweischichtbetrieb verarbeiten dort 53 Mitarbeiter jährlich rund 3,2 Millionen Laufmeter, größtenteils noch mit den beiden Rotationssiebdruck-Linien. »Ich würde heute jedoch nicht noch einmal in eine solche Maschine investieren«, so Jonsson. Denn die Losgrößen sinken seit Jahren. Daher beschäftigt er sich bereits seit Mitte der 90er Jahre mit dem Digitaldruck. Als langjähriger Kunde empfahl sich Textildruck Imst daher als Betatester für den ersten digitalen Textildrucker Colaris, einer Neuentwicklung des Textilmaschinen-Herstellers Zimmer Austria.

Digital in die Zukunft

Im September 2008 installiert, zeigte die Maschine laut Jonsson erstaunlich wenige Kinderkrankheiten. »Die Maschine erreicht mit unseren modifizierten Piezo-Druckköpfen eine Produktivität von bis zu 480 qm/h - und zwar in einer High-end-Qualität, die einer Auflösung von 720 dpi entspricht«, erklärt Entwicklungsleiter Hannes Fischer. Die Druckqualität ist so gut, dass sich sogar fotorealistische Motive und kleine Buchstaben problemlos darstellen lassen - im traditionellen Rotationssiebdruck ist das kaum möglich. Gedruckt wird im Unterschied zu diesem auch nicht mit angemischten Farben, sondern mit wasserbasierenden Spezial-Tinten in den Prozessfarben CMYK, Orange, Blau, Rot und Grau direkt auf das Textil.

Damit ergibt sich ein sehr großer Farbraum, ohne dass Sonderfarben eingesetzt werden müssen. Der Druckprozess selbst ist weitgehend automatisiert: die vorbehandelten Standard-Materialien werden über eine ausgeklügelte Zuführung abgespannt und auf einer thermoplastischen Druckdecke falten- und verzerrungsfrei zum gekapselten Kopf geführt. Während sich die Druckdecke vor der Rückführung selbsttätig reinigt, wird der bedruckte Stoff mit Heißluft getrocknet und zur Weiterverarbeitung aufgerollt. Die Rolle kann dann in den Standard-Produktionsprozess eingegliedert werden und wie die konventionell produzierten Drucke fixiert, in einer Waschmaschine von überflüssiger Farbe befreit und mit einer Appretur veredelt werden.

Wettbewerbsvorteile durch Digitalisierung

Digital vorliegende Designs können binnen Minuten von einer Spezial-Software aufbereitet werden. So kommt es zu praktisch keiner Verzögerung des Druckvorgangs beim Musterwechsel. Auf den großen Rotations-Siebdrucklinien dagegen müssen bis zu acht Zylinder aus Nickel-Mesh registergenau eingerichtet werden. Das ist zeitaufwändig und verursacht auch eine Menge Abfall, etwa durch Ausschuss, Reinigungsmittel und Farbanmischung. Der Vorteil eines höheren Druckdurchsatzes von bis zu 1.500 qm/h fällt angesichts sinkender Losgrößen auch immer weniger ins Gewicht.

»Viele Aufträge bestehen nur noch aus Lauflängen um die 1.000 Meter«, erläutert Jonsson. »Nicht selten sind die Rüstzeiten dann fast ebenso lang wie der eigentliche Druck.« Außerdem gestaltet sich die Vorlagenerstellung aufwendig und kostenintensiv: Die Herstellung einer Walze dauert rund drei Wochen und schlägt mit rund 300 Euro zu Buche, benötigt werden je nach Design bis zu acht. Für Jonsson, der mit seinen Produkten vor allem auf hoch- und höchstwertige Märkte zielt, beseitigt der digitale Textildruck ein weiteres Manko konventioneller Systeme:

Da die Walzen im Rotationssiebdruck standardisierte Maße von 64, 82 oder 91cm aufweisen, können auch nur Muster mit diesen Rapportlängen gedruckt werden. Im Digitaldruck dagegen sind kleinere, größere - oder gar keine Rapporte möglich. Textildesigner erhalten also ganz neue Gestaltungsmöglichkeiten, die besonders in den Premium-Märkten aufmerksam beobachtet werden. Entsprechend war auch einer der ersten Großaufträge, die auf der Colaris produziert wurde, eine Bestellung der Gerry-Weber-Gruppe für die Designer-Marke Taifun. Über 15.000 Laufmeter, also rund 24.000 qm, wurden innerhalb einer Woche bedruckt.

Auch Mutoh setzt auf digitalen Textildruck

Auch der japanische Inkjetdrucker-Produzent Mutoh baut seine Tradition als Hersteller textiler Lösungen weiter aus. Bereits seit sieben Jahren werden im europäischen Werk in Belgien textile Lösungen entwickelt. Von Sublimationslösungen bis hin zum Direktdruck, von 100cm bis 330cm Druckbreite werden die verschiedensten Modelreihen Viper, Viper Extreme, Viper TX angeboten. Seit dieser Zeit konzentriert sich Mutoh darauf, seine Textildrucker speziell für den Textilmarkt und dessen Anforderungen zu entwickeln. Ebenfalls werden die textilen Drucker für die verschiedensten Anwendungen auch in Nischenmärkten mit Erfolg verwendet. »Es gibt zwei Hauptanwendungsgebiete, die unsere Drucker abdecken«, erklärt Frank Jänschke, Account Manager Germany.

»Der traditionelle Textildruck für Innenausstattungen, Mode, Bettwäsche, Gardinen, Tapeten, Auto-Interieur, usw. sowie die vielen textilen Werbeanwendungen für Schilder, Displays, Banner, Flaggen, Werbegeschenke, starre Medien. Außerdem gibt es noch den Mix beider Anwendungsgebiete wie Sportbekleidung, personalisierte Innenausstattungen, Kunstdrucke, Kulissen für Bühnen und Theater.« Die Möglichkeiten des digitalen Textildrucks haben aber auch die Aufmerksamkeit anderer Märkte erreicht: z.B. aufblasbare Ware, Spinnaker, Sonnenschirme, Gespannte Gewebestrukturen, Sonnenschutz-Rollos und vieles mehr. Bei Mutoh arbeitet man mit Hochdruck an neuen Modellreihen für textile Lösungen, die weitere Anwendungsgebiete erschließen werden um den stetig steigenden Marktanfragen für textile Lösungen gerecht zu werden.

Digitaler Textildruck - Chancen und Hindernisse

Innerhalb des Digitaldrucks gehört das Bedrucken von Textilen zu den jüngsten Anwendungen. In der Mehrzahl werden die im Inkjet-Verfahren bedruckten Textilien noch in den Bereichen Banner und Displays eingesetzt. Diese sind oft nur kurzfristig im Einsatz, sie werden wenig gewaschen und kommen kaum mit menschlicher Haut in Berührung. Viele der dafür eingesetzten Kombidrucker, nicht selten mit lösemittelhaltigen oder UV-härtenden Tinten, sind deshalb für die Herstellung von Bekleidung oder Heimtextilien kaum geeignet.

Allerdings wächst der Anteil der Textildrucke, bei denen im Sublimationsverfahren Farbe von einem bedruckten Papier auf den Stoff übertragen wird, dabei verdampfen eventuelle Lösemittelrückstände praktisch vollständig. Spezielle Inkjet-Textildrucker arbeiten meist mit wasserbasierenden Tinten, die im Transfer- oder Direktdruck aufgebracht werden. Sie sind den im konventionellen Textildruck verwendeten ähnlich und lassen sich somit auch für Bekleidung und Heimtextilien einsetzen. Daher können mit einigen Drucklösungen Zertifikate wie Ökotex 100 erreicht werden. 

 

Weitere Informationen und regelmäßige Updates unter www.viscomtec09.com  

 

 

 


 

Bild: Reed Exhibitions Deutschland GmbH

 

 

 

 

 

 

 

 
































 

























































































































































































































































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