Auf der einen Seite ist die Designbranche als Teil der Kreativwirtschaft Hoffnungsträger für wirtschaftliches Wachstum und Standortfaktor im Wettstreit der Regionen.
Bei einer Crowdsourcing-Plattform wünscht sich ein Auftraggeber ein Signet für 220 Euro – bei so manchem etablierten Designer ist das gerade einmal ein Stundensatz.
Das Internet macht den Zwiespalt deutlich: Immer mehr Menschen gehen mit Design um und schaffen kreative Gestaltungslösungen.
Die hauptberuflichen Designer müssen sich dem Phänomen und seinen Kostenstrukturen kritisch stellen. Wie die Lage der Designprofession einzuschätzen ist, soll auf dem Symposium »Volkssport Design« diskutiert werden.
»Für den, der von Design leben will, ist es ebenso wichtig, seine Position im Markt zu kennen wie sich mit neuen Vertriebswegen auseinander zu setzen.
Das Symposium bietet Studierenden, Berufsanfängern und »alten Hasen« die Plattform, sich kritisch mit einem veränderten Berufsumfeld auseinander zu setzen. «
• Volkssport Design
• Montag, 26. Oktober 2009, 10:00 bis 18:30 Uhr
• im Museum für Kommunikation Leipziger Straße 16, 10117 Berlin-Mitte
• die Teilnahme ist kostenfrei
• Veranstalter: Kunsthochschule Berlin Weißensee in Kooperation mit der Allianz deutscher Designer AGD mit freundlicher Unterstützung der Investitionsbank Berlin IBB
Profession im Wandel
Die Designprofession ist einem tiefgreifenden Wandel unterworfen: Während Design einerseits an Bedeutung gewinnt, verliert es zugleich an Exklusivität. Kaum ein Bereich der Gesellschaft kommt heute noch ohne Gestaltung aus.
Auf der einen Seite ist die Designbranche als Teil der Kreativwirtschaft Hoffnungsträger für wirtschaftliches Wachstum und Standortfaktor im Wettstreit der Regionen. Auf der anderen Seite sind die Design-Methoden und Werkzeuge zunehmend Allgemeingut geworden.
Der Umgang mit Gestaltungs-Software und die Tätigkeit des Entwerfens sind für die Generation Web 2.0 alltägliche, selbstverständliche Praxis.
Der Design-Beruf ist nicht geschützt und das Web fördert ein Verschwimmen der Grenzen zwischen Amateur und Profi auch in der Gestaltung. Kurzum: Design ist zum Volkssport geworden.
Besonders die zahlreichen Crowdsourcing-Wettbewerbe im Internet stellen das Selbstverständnis und die wirtschaftliche Basis der professionellen Gestalterinnen und Gestalter auf eine harte Probe.
Viele Fragen stehen im Raum angesichts der zu beobachtenden Design-Demokratisierung im Netz:
• Welche Fähigkeiten brauchen die Design-Profis von morgen in einem Berufsfeld ohne Einstiegshürden und mit erodierenden Verdienstmöglichkeiten?
• Wie reagieren die Hochschulen auf die Veränderungen?
• Welche neuen Strategien gibt es, um sich als DesignerIn im Web zu behaupten?
• Welche Praxis ist im Umgang mit den zahlreichen kostenlosen Designvorlagen angebracht?
• Wie lassen sich die Methoden der »Open Source«-Bewegung und der Creative Commons aus Sicht der Designer sinnvoll nutzen?
• In welchem Verhältnis stehen Preis und Wert von Design?
• Und wie steht es um die Fairness im Wettbewerb?
Ziel des Symposiums ist es, Antworten zu finden auf diese Fragen an der Schnittstelle zwischen akademischer Designausbildung und dem sich dynamisch verändernden Markt.
Im Wechselspiel zwischen Expertenvorträgen und Diskussionsrunden mit dem Publikum wird das Problemfeld aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchtet.
Der Eintritt zum Symposium ist frei, eine Anmeldung ist erforderlich:
Anmeldung (bis 18.10.09) und mehr auf www.volkssport-design.de
Abbildung: Allianz deutscher Designer