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Santiago Calatrava | Die Leichtigkeit des Steins |
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Geschrieben von Jens Fassmann
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Mittwoch, 22. August 2007 |
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Philip Jodidio »Calatrava« – Taschen-Verlag
Complete Works 1979 — 2007
Wer immer mit Aussenwerbung zu tun hat, kommt an dem Thema Architektur nicht vorbei. Auch ist vieles in der Typografie nicht ohne Architektur denkbar. Spätestens hier schliesst sich der Kreis. Daher ist es beim Kontakt mit Architekten oder Baubehörden ratsam, sich bereits vorher mal mit Baustilkunde und Baugeschichte auseinanderzusetzen, damit man schon in der Planungsphase richtig liegt. Aus diesem Grunde stellen wir hier hin- und wieder mal ein paar herausragende Bücher vor, die sich diesem Thema annehmen.

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Das Buch »Calatrava« – Complete Works 1979 — 2007 ist so ein Buch: Schon von der Aufmachung her unterscheidet es sich drastisch von einem normalen Fachbuch oder Kunstband – es wird in einer Art bedruckten Diplomatenköfferchen aus Pappe mit einem Griff daran ausgeliefert. Das Buch wiegt 5 Kilogramm und auch die Ausmasse haben es in sich: Mit fast 46 x 35 x 7 cm liest man das Buch nicht so einfach mal in der U-Bahn im Berufsverkehr.
Nun zum Inhalt. Es gibt wirklich nicht viele Architekten, die sich nicht in irgendeiner Art klassifizieren liessen und die schon zu Lebzeiten mit Leonardo da Vinci verglichen werden.
Calatrava aber, scheint es wirklich zu sein: Als Architekt, Ingenieur und Künstler verfügt er über eine humanistisch–technische Ausbildung, die heutzutage nicht gerade oft anzutreffen ist. Aus dem alpinen Autobahnbrückenbau kommend, beherrscht er die Gesetze der Statik aus dem Stand. Seine Aquarelle über die menschliche Anatomie, die zum Anfang eines jeden Architekturauftrages entstehen, stellen den Menschen in seiner reinen, absoluten und unabhängigen Freiheit dar.
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Als Maler und Zeichner des Menschen schafft es Calatrava, die Bewegung des Menschen in seiner organischen Form in die Statik von Gebäuden zu konstruieren und einzubringen. Dementsprechend wuchtig und gleichzeitig fliessend kommen die Formen daher. Die Architektur Calatravas ist eine ornamentale Bauform, die wieder den Mut hat, vom reinen Zweckbau wegzugehen und sich zu dekorieren, mit den Formen zu experimentieren oder zu spielen.
Bei manchen Fotos des Werkes hat man den Eindruck, das die Schwerkraft aufgehoben zu sein scheint. Sein futuristisches Bild der Architektur, das sich in manchen Einblicken, der Visionen eines Fritz Lang nähert, bewegt sich ständig an den Grenzen der physikalischen zur schwerelosen Vorstellungskraft. Bei anderen Projekten erinnert der Baustil wieder an die abenteuerliche Eleganz von Segelyachten oder Sprungtürmen von Schwimmbädern der 50er Jahre.
Die Formen springen oft regelrecht aus dem Boden und scheinen sich selbst zu tragen. Viele Details sind geradezu von einer grandiosen, atemberaubenden Schönheit und scheinbar statischer Unmöglichkeit, die aber niemals den Menschen, der darin lebt, erschlägt.
Das Besondere, das Calatrava von anderen Architekten abgrenzt, ist die Fähigkeit, komplizierte Gebilde in einfachste, aber komplexe Formen zu interpretieren. Könnte man Musik bauen, so wäre dafür sicherlich Santiago Calatrava der richtige Architekt.
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Dem Autor Philip Jodidio ist es zusammen mit Santiago Calatrava gelungen, ein umfassendes Bild des Architekten zu zeichnen. Das Buch beinhaltet alle wichtigen Bauwerke des Baumeisters und stellt die Entstehung, Planung und Umsetzung der einzelnen Projekte, in Zahlen, Text und Bildmaterialien dar.
Fazit: Ein grossartiges Buch über einen grandiosen Architekten.
Calatrava
Complete Works 1979 — 2007
Philip Jodidio
Taschen Verlag
Gebundene Ausgabe
519 Seiten
Sprache: Englisch, Deutsch
ISBN-10: 3822847119
ISBN-13: 978-3822847114
Mass: 46,2 x 35 x 6,8 cm
Preis: 99,90 Euro

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